Internationales Congress Centrum Berlin: Immobiliensanierung statt Neubau

11. Mai 2009 von Carsten

Das Internationale Congress Centrum Berlin (ICC) im Ortsteil Westend des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf ist eines der größten Kongresshäuser der Welt und eine der größten Immobilien in Berlin. Das 320 Meter lange, 80 Meter breite und 40 Meter hohe Gebäude liegt an der Neuen Kantstraße und wurde nach Plänen des Berliner Architekten-Duos Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte erbaut. Die Eröffnung der Immobilie in Berlin erfolgte 1979, nach nur vier Jahren Bauzeit.

Heute gehört das ICC Berlin zu den bedeutendsten Gebäuden der deutschen Nachkriegszeit. Die Baukosten für das ICC, welches auch zu den bekanntesten Immobilien in Berlin gehört, beliefen sich auf umgerechnet 473 Mio. Euro. Das ICC wurde zu einem Gebäude mit Vorbildcharakter. Viele Häuser, insbesondere Neubauten von Kongresszentren in aller Welt, orientieren sich an diesem Gebäude.

Mit seinen 80 Sälen und Räumen (von 20 bis 9.100 Plätzen), gehört das ICC zu den Häusern in Berlin, die eine moderne Technik und ein umfangreiches Serviceangebot aufweisen können. Von daher eignet sich das ICC wie nur wenige Immobilien in Berlin für Tagungs- und Unterhaltungsveranstaltungen aller Art. Durch ein dreigeschossiges Brückenbauwerk ist das Gebäude direkt mit dem Berliner Messegelände (Fläche: 160.000 m²) verbunden.

Ungünstiger Schnitt birgt Diskussionsstoff

Aufgrund hoher Betriebskosten und trotz stets ausgebuchter Räume verhandeln die betreibende Messegesellschaft und der Berliner Senat seit längerer Zeit über einen Neubau des ICC. Dieses neue Gebäude in Berlin soll auf dem Gelände der Deutschlandhalle entstehen. Neben den hohen Betriebs- und den zu erwartenden Renovierungskosten sind die Veranstaltungsräume des Gebäudes ungünstig geschnitten. Nur etwa 10 Prozent der Fläche des Gebäudes können für Veranstaltungen verwendet werden. Den Rest bilden Flure und Foyers. Am 27. Mai 2008 fällte der Berliner Senat seine Entscheidung zugunsten des ICC. Die Deutschlandhalle wird dagegen für 4,8 Mio. Euro abgerissen. Mit ihr verschwindet eine der geschichtsträchtigsten Immobilien in Berlin.

Experten wie Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf geht davon aus, dass nach dem Ende der Sanierung (Laut Berliner Zeitung belaufen sich die Kosten auf 182 Mio. Euro) die Betriebskosten im Jahr 2016 zwischen 6 und 9,7 Mio. Euro liegen dürften. Dem entgegen hätte ein Neubau einer ähnlichen Immobilie in Berlin laut Planungen etwa 150 Mio. Euro gekostet. Der Sanierungsbeginn des Gebäudes ist für 2010 geplant. Der Kongressbetrieb geht dabei weiter. Es entstehen etwa 6.000 m² neue Nutzfläche, davon die Hälfte im Gebäude und der Rest für Brücken, Parkplätze und sonstige Infrastruktur.

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